Donnerstag, 27. Juli 2017

Winzerstories | Weingut Wedekind

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„Oh Mann, wie schön wäre es doch, wenn ich eines Tages einen abwechslungsreichen Job haben könnte..."
So, oder so ähnlich klang der immer wiederkehrende Tagtraum Philipps, während seiner Zeit als Zivildienstleistender, in der er Rettungswagen fuhr. Das ist sicher nicht die eintönigste Arbeit, aber es war nicht das, was Philipp wirklich ausfüllte. Ihm fehlte das Besondere: etwas eigenes und bleibendes zu schaffen, dass ihn jeden Tag aufs Neue antreibt. Am Liebsten wäre ihm ein Beruf, in dem er jeden Tag vor neuen Herausforderungen steht und die Früchte seiner Arbeit wachsen sehen könnte. Ähnliche Träume haben viele Menschen. Aber nicht alle setzten sie so konsequent um, wie Philipp Wedekind.

Philipp genießt wann und wo er kann - Niersteiner Roter Hang

Vinophiles Start-Up

Vom Rettungssanitäter zum Vollblutwinzer

Anstatt das elterliche Weingut zu übernehmen, gründete er sein eigenes Weingut. Wenn schon – denn schon, lautete seine Devise. Zumal konnte er nur so seine Theorie beweisen, dass jeder mit guten Weinen ein erfolgreiches Weingut gründen kann. Hut ab, so viel Mut bringen die wenigsten Menschen auf. 

Schon nach wenigen Jahren hat Philipp den Beweis angetreten, dass gute Weine zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Geschäftsgründung führen können. Mittlerweile steht sein Weingut für ökologischen Weinbau mit vielfältigen und charaktervollen Weinen. Selbstverständlich kam der Erfolg nicht von allein. So musste er zunächst eine Menge Arbeit investieren und manche Entbehrung in Kauf nehmen, um sein Ziel zu erreichen. Damals wie heute stellt er sich jeden einzelnen Tag neuen Herausforderungen, entwickelt die richtigen Lösungen und kann deswegen jeden Tag mit Stolz auf sein Schaffen und seine permanenten Fortschritte blicken.

Esther und Philipp Wedekind

Prinzipiell entspricht der mutige Schritt zum eigenen Weingut seinem Naturell. Philipp ist auf der einen Seite Anpacker und Macher. Auf der der anderen Seite ist er aber auch Genießer. Da verwundert es kaum, dass er auf guten Wein und gutes Essen niemals verzichten möchte.

Derzeit muss er beide Seiten seines Naturells tagtäglich zum Einsatz bringen. Er wurde vor rund 4 Monaten zum zweiten Mal Papa. Das bedeutet, dass er nicht nur im Weinberg anpacken muss, sondern auch daheim bei seiner Familie.

Zugleich genießt er dieses Leben in seiner eigenen Familie sehr. So nimmt sich Philipp gern die Zeit, um gemeinsam Momente lachend zu erleben, tiefe Gespräche zu führen und das Bewusstsein, in seiner Familie verwurzelt zu sein.

Auf Tauchgang in Philipps Gedankenwelt

Du ahnst gar nicht, wie sehr ich es genieße, morgens mit einem Müsli ganz allein für mich zu sein, auf meine Heimat sowie auf meine erreichten Ziele zu blicken und zugleich den Blick in die Zukunft zu richten. Das Wissen, dass ich in meiner Region und meiner eigenen kleinen Familie sowie in der gesamten Familie fest verankert bin, erfüllt mich mit Stolz und Freude.

Gut, bislang hast Du noch nicht wirklich viel über mich erfahren, aber versuche doch einmal anhand der folgenden fünf Fragen mich einzuschätzen, ich bin gespannt, ob du richtig liegst.

1. Bier oder Sekt?
2. Lieber Weiß oder Rot?
3. Turnschuh oder Lackschuh?
4. Camping oder 5-Sterne-Hotel?
5. Berge oder Meer?

(5. Meer, 3. Lieber Flip-Flops, 2. Weiß, 1. Sekt, 4. Camping)

Wie Du oben schon über mich erfahren konntest, richte ich meinen Blick stets nach vorn. Jedes Jahr denke ich zu Beginn der Vegetationsperiode bereits darüber nach, wie der kommende Jahrgang schmecken soll, bzw. welchen Charakter meine Weine aufweisen sollen.

Prinzipiell bevorzuge ich fruchtige Weine, die den Charakter der Rebsorte, der Region und des Bodens widerspiegeln sollen. Mir ist bewusst, dass dieses große Ziele sind – aber wer keine Ziele hat, sollte nicht Winzer werden. 

Apropos Ziele - manchmal träume ich davon, einen eigenen großen Rotwein im Stil eines Bordeaux oder Chianti herzustellen. Einen schweren Rotwein, der Urlaubsfeeling weckt und der mit jedem Schluck die Sonne vor dem geistigen Auge aufsteigen lässt. Wie schon gesagt, wer keine Ziele hat … 

Mein Blick über den Tellerrand

Momentan betrachte ich mit wachen Augen die allgemeine Entwicklung in der deutschen Weinszene und freue mich, dass es neben mir viele weitere junge Winzer gibt, die hochmotiviert sind und viel Neues schaffen. Für mich ist deutscher Wein sehr lebendig und vielfältig und bietet noch eine Menge Potenzial nach oben. Sei es in der Breite oder auch in der Spitze.

Gleichwohl sehe ich die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Nicht nur in meiner Region haben wir es immer öfter mit instabilen und nicht zu planenden Wetterlagen zu tun. So gab es im letzten Sommer (2016) sehr viel Regen und zu Beginn dieses Jahres einen späten Kälteeinbruch während der Blüte. Hier gilt es passende Lösungen zu finden, um sicherzustellen, dass wir Winzer nicht eines Tages in der Existenz bedroht sind.

Lerne uns kennen


Wenn Dich meine Story schon ein wenig neugierig gemacht hat, bist Du jederzeit herzlich willkommen, meine Frau und mich auf unserem Weingut, in unserer Vinothek, oder an unserem Stand auf den Winzerfesten in der Region (Mainz, Nierstein, Wendland) zu besuchen. Dann zeige ich Dir gern, wie ich meine Weine mit meinen eigenen Worten beschreibe. Und wer weiß, vielleicht verstehst Du dann eines Tages, warum ich meinen „Hipping“ gern mit einem Vogel vergleiche, der vom Wind getragen wird, der einen Berg umspielt …

Kontakt 
Weingut Wedekind 
Philipp Wedekind 
Karolingerstraße 1 
55283 Nierstein 
Telefon: 06133-493171 

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