Donnerstag, 2. Februar 2017

Winzerstories | Daniel Gemünden

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Daniel Gemünden vom Weingut Gemünden wurde 2015 vom Fachmagazin selection zum besten Jungwinzer an der Nahe gekürt. Da ich die Freude hatte, Daniel persönlich auf der Weinmesse-RLP 2016 in Leipzig kennen zu lernen, bat ich ihn darum, uns über sich zu erzählen.



Guten Morgen Dirk,

jetzt habe ich mal ein paar Minuten Zeit, sodass ich nun endlich deine Frage: Was bedeutet Wein für mich? beantworten kann. Sitze aktuell im Hotel bevor es um 12 Uhr schon wieder weitergeht hier in Nürnberg...

Gerne darfst du den Text ausfüllen/aufhübschen (Anmerkung von mir: Sehe ich gar nicht ein, alles bleibt, wie es ist ... 

Dann starte ich mal ...

Wein ist für mich etwas besonderes, etwas individuelles. Das hat mich dazu bewegt im größeren Umfang mit dem 2014er Jahrgang meine erste eigene Weinkollektion auf den Markt zu bringen. Davor habe ich 5 Jahre im internen die Strukturen im Weingut für den Markteintritt vorbereitet. Dies war bzw. ist aktuell mit einem gigantischen Berg Arbeit verbunden, da stellt sich die Frage warum man sich sowas antut. Für mich ganz klar, ich möchte kein unbekannter Produzent für Massenware sein. Ich möchte meine Weine vom Weinberg bis zum Kunden selbst verarbeiten, meine Handschrift in jedem Wein platzieren.

Wiedererkennbarkeit auf hohem Niveau ist mein Ziel, deshalb habe ich auch fünf Jahre im Weingut viel ausprobiert bevor ich mich am Markt präsentiert habe. Ich wollte meine Handschrift schon kennen, die Leute sollen mich im nächsten Jahr in meiner Weinstylistik wiedererkennen können.

Am passensten dürfte folgende Charakteristik auf mein gesamtes Sortiment zutreffen: kräftige Fruchtaromen, bewusst keinerlei Holzeinsatz, langsamer schonender Weinausbau für eine lange Haltbarkeit, eine Harmonie im Geschmack die Lust auf ein weiteres Glas Wein macht.

Um solche Weine zu produzieren, lege ich viel Wert auf eine hohe Traubenqualität. Hierfür muss man ein Gespür für die Weinrebe entwickeln, die Reben quasi verstehen. Je nach Jahrgang, Weinbergslage und Rebsorte sind individuelle Arbeitsschritte notwendig, alles nach Schema F ist für meine Weinqualität nicht ausreichend. Und letztendlich ist ein selektieren vor der Ernte das I-Tüpfelchen. Nun heißt es die geerntete Qualität im Weinkeller zu erhalten. Durch ein schonendes Auspressen und eine gezügelte Vergärung erhalten die späteren Weine ihr feines Bukett. Ein langes Hefelager, erhöht die Haltbarkeit, Dichte und Harmonie. Damit die Qualität möglichst verlustfrei in die Flasche kommt, besitze ich eine eigene Abfüllanlage.

Ich hoffe, dass ich damit die Frage relativ treffend beantwortet habe.
Viele Grüße und lieben Dank
Daniel
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